#29 Heißes Pech

Folge auf Spotify // Zeitangaben entsprechend

00:00 //
Nach Fehlstart zart-bittrig-entspannte Einleitung mit „eine Stufe tiefer“-Vibes von Stephan, der vergessen hat, was der Claim von Zart&Bitter ist. Die Stimmung eher so „gedeckter Kaffeetisch“, mit gedimmtem Licht und alles ruhig, inklusive Ethno-Metal // Stephans erstes „Themelchen“ (Gebäckwort, aber Achtung! Die Themen bleiben knallhart!) mit Substanz und Fundament: Conny Runner (nicht Reimann!) aus Berlin, Teil der Guerilla-Kunstgruppe Peng! // — Exkurs: Wäre Zart&Bitter ein Schiff, wäre es ein Zweimaster, mit dem die beiden untergehen — besser als ein Ruderboot! — // Beispiel: Der „tortale Krieg“ in Form eines Kuchens in Beatrix von Storchs Gesicht. Natürlich ist derartige Aktionskunst grenzwertig und bringt ständig Ärger: Personen des öffentlichen Lebens ständig zu belästigen und anzugreifen ist in keinem Spektrum ok. Zu diskutieren bleibt, ob und wie solche Aktionen Reizparteien auch mehr nützen als schaden. Wasser auf Mühlen, man denke nur an das berühmte Ei auf Kohl! //
09:45 //
Helmut Kohl — gibt’s gar nicht mehr! Stephans Vater hat ihn mal in der Sauna getroffen, erkennbar an der Verdunkelung des Saunaraums, weil riesiger Typ. Offen bleibt, ob Helmut den Aufguss mitgemacht hat (wird recherchiert) // Anyway, Peng! hat natürlich Stress, deshalb wird jede Aktion vorher „juristisch durchdekliniert“ (O-Ton C. Runner). Grundsätzlich passiert alles unter dem Schutzmantel der Kunstfreiheit. Weitere Beispiel-Aktionen: Der Astro-TV-Hack (im Hintergrund: knarzendes Mikro), die gelungene Entblößung eines fragwürdigen (Abzocke-)Konzepts (aka „absolut esoterischer Mega-Bullshit“) mithilfe des Fake-Astro-Clowns Piotre Wasabi. Hat Micha alles nicht mitbekommen, war warhscheinlich im Urlaub.
17:55 //
Gute Ideen entstehen bei Peng! ähnlich wie bei Ingenieuren: Viel Seele baumeln lassen, viel Forschung, viel Hin- und Herdrehen, Kollektivarbeit also. Conny erzählt, „torten“ sei zum Modus Operandi geworden, demo-nahe Bäckereien werden schon mal der Sicherheit wegen geschlossen. Wird Zart&Bitter Teil einer der nächsten Aktionen? Wieviel Eier in der Hose muss man haben? // Nächstes Beispiel: Zeichen gegen große Energiekonzerne, die Fake-Vattenfall-Pressekonferenz zum Ausstieg aus der Braunkohle, mit Fake-Website-Mails/-Pressemitteilungen führte danach zur Positionierung von Vattenfall. Christian Lindner hat bei der Regierung angefragt, ob Peng! vom Verfassungsschutz beobachtet wird. //
24:55 //
Pause vom Thema zur Verarbeitung des Über-Den-Tellerrand-Hinaus-Themas, ist auch mal gut mit Peng!-Boom-Bang. // Song von Stephan, kennt jeder, aber deswegen erst noch einen Exkurs über Elvis Presley, den Künstler aus der Armut, mit einem ähnlich verrückten Klamottenstil als Schüler wie Stephan (viel gewollt, wenig gekonnt), aber nicht wie Stefan Raab mit seinen Kuhhosen! Elvis war ja tierisch erfolgreich, viel zu ordinär für die damalige Zeit, wurde dann eingezogen und hat während des Krieges nichts gemacht. Zurück in den Staaten standen woanders schon die Beatles in den Startlöchern, aber Comeback mit „Haund Dog„. Dieser Song ist usprünglich von Big Mama Thornton, und deshalb spielt Stephan diese Version. Viele Radiosender wollten Elvis übrigens nicht spielen („Weißer mit zu schwarzer Musik“), in Memphis gab es aber einen DJ, der dies ignorierte, „That’s All Right Mama“ [Angabe v.d. Redaktion ergänzt] auflegte und Elvis somit zum Durchbruch verhalf.
37:10 //
+++ Zart&Bitter-History +++ Micha hat jüngst das mittelalterliche Stadttor einer deutschen Stadt besichtigt und beschreibt sehr anschaulich den Aufbau. Stephan findet es krass, wieviel Menschenfutter früher dafür draufging, um durch so ein Tor zu kommen (Battle-Royal-mäßig). Gedankenspiel: Wie wären Zart&Bitter im Mittelalter gewesen? Wie hätte man sich eine Rüstung ohne Sponsor leisten können? Welche Waffe hätte man? Ein Schild und so ein knochenkeulen-Dino-ähnlicher-Morgenstern — und damit dann die Burg verteidigen? Mit heißem Pech (Wie schlimm war das eigentlich?) und dazu mit brennenden Pfeilen drauf. Grundsätzlich ist das Mittelalter zu brutal für Stephan (Hallo? Zahnschmerzen?!?!), innerhalb der Burg sein ist uncool, weil Sackgasse, draußen unten davor stehen — auch scheiße. Rüstung übrigens un.fass.bar schwer. // Ritter sind übrigens wegen der Hellebarden ausgestorben // Welcher Pfosten stellt sich bei mittelalterlicher Kriegsführung in die erste Reihe? Überlebt doch keiner! Schlimm: Niemand thematisiert mehr diese furchtbaren Massaker! // Man darf das Mittelalter nicht romantisieren. Aktue Sorgen bestimmten den Alltag: Hunger, Schlafen, Sicherheit — dann mit 35 sterben, niemand hat damals darüber nachgedacht, einen Podcast zu machen. Musik aber schon! Stephan meint, er wäre sicher ein guter Hofnarr gewesen. //
56:00 //
Song: Warflower – The Mayan Factor, weil: zwischen 23 und 38 war Micha regelmäßig beim Rockgarten in der Live Music Hall in Köln und um 4:30 Uhr, wenn es ruhiger wurde wurde das gespielt. Stephan geht übrigens nicht mehr in die Läden „von früher“, aber eventuell mal in der Live Music Hall Atmo aufnehmen und Zart&Bitter-Aufkleber suchen. // Übrigens ist alles, was Micha erzählt, interessant, deshalb: Alien / Aliens / Alien³ (Warum landen Aliens eigentlich in den Staaten in der Wüste und nicht im Allgäu?): Mit 13/14 hat Micha Actionfilme für sich entdeckt („City-Cobra hatte Sporen?!“), von Predator über Phantom-Kommando hin zu Aliens, die immer abends aufgenommen (VHS) und dann morgens angeschaut. Aliens — der Hochgenuss! Die Space-Marines hatten so geile Waffen, dass Micha mit einem Kumpel im Keller das Schleusenversiegelungsszenario mit Bohrmaschine und Staubsauger nachgespielt hat. Das Ganze wurde mit historisch nicht korrekten Maschinengewehrgeräuschen untermalt. //
71:20 //
Spiel aus Stephans Kindertagen: Pickle. Auf einer schmalen Treppe mussten die kleineren Kids nach oben, dort verteidigten die Älteren, mit Besenstöcken und Reitgerten „bewaffnet“, das Stockwerk — woraufhin die Lütten immer fantasievollere Werkzeuge fanden, um nach oben durchzukommen. Ginge heute alles nicht mehr. Viel zu brutal, käme sofort das Jugendamt. Bei Stephan gab’s nicht nur Gerten, sondern auch Trensen, wegen Schwesterpferd. Micha weist darauf hin, dass Trensen eigentlich nicht benutzt werden sollten. // Total ekelhaft übrigens: Diese Klebe-Fliegenfänger, voll das Massengrab. Einmal ist eine Hulk-Fliege wieder weggeflogen und hat so einen Faden hinter sich hergezogen. // Missverständnis an Weihnachten beim Auspacken im Kinderhaus Stephan: Die Freudentränen der Schwester wegen der Trense (Pferd!) wurden von den kleineren Brüdern als schlimmes Geschenk für ein imaginäres Pferd verstanden. // Micha wüsncht sich ein saisonal passendes Zart&Bitter-Weihnachtsspecial mit Printen, Kerzen, Zimtsternen und Weihnachtsmusikatmo im Hintergrund. Mit Glühwein oder Tee mit Klosterfrau Melissengeist (durften auch die Kinder früher!). Stephan schlägt Horrorwichteln vor. //
81:30 //
Stephan war vor einiger Zeit Fahrradfahren (neulich schon erzählt). Jetzt aber aus dem Vorfeld: Geplanter Kauf dieser peinlichen Radlerhosen mit gespolstertem Schritt/Hintern. Kann man mit lockerer Hose kaschieren. Grundsätzlich aber gut gegen Schmerzen auf dem Damm (sensible Stelle zwischen Anus und Hodensack), no need for Kichern, sagt Micha, übrigens auch erogene Zone. Jedenfalls bot der Verkäufer Stephan ein Outfit mit „so Hosenträgern“ (Borat-like) an. Muss man denn gleich aussehen wie Tour de France? Dazu dann gern noch ein Trikot mit Sponsor-Namen drauf, funktioniert nur auf dem Rad, niemals, wenn man abgestiegen ist! Stephans Nachbar ist so einer. Mit Trikot und Klickschuhen. // Stephan kommt schon wieder in so einen aufgeregten Modus, will nochmal auf Peng! zurück (Micha macht ein sehr deutliches Geräusch!), und zwar die Shell-Konferenz mit der Erfindung der Saubere-Luft-Maschine, die alles mit Öl besudelte und der Erkenntnis, dass man hier den Stecker ziehen könne, in der Arktis aber nicht. // Dann noch die Aktion Deutschland klaut, mit Spendenaufruf für Menschen, die die geklauten Produkte für einen Hungerlohn produzieren müssen. Micha findet nicht alles von denen gut. //
Gegenseitige Einsicht, über die Themen des Anderen im Anschluss nochmal nachzudenken. //
Es war wundervoll, genug gelobt, langsam raus.
Tschüss!
Micha bringt Stephan gut nach Haus.

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