#45 Crime Stories VII

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Worüber wird bei Zart&Bitter überhaupt gesprochen? Was soll das alles? Man weiß es nicht so genau, immerhin gibt’s einen „gesunden Schuss“ gegenseitiger Antipathie. Stephan wurde ein Fahrrad gestohlen, Gießkannenbenutzung verboten — und dann ist er noch in Michas Fliegenfalle gelaufen! // Explizierte Begrüßung der Crime-Fans/Hörer — und das, wo Micha die Crime-Folgen gar nicht soooo gerne macht. //
Crime-Motto heute: Bombenattentate //
Das Bier riecht nach Frittenfett. Es geht los mit einem neuem Jingle //
+++ Zart&Bitter-Crime-Stories +++ Ein Uniprof bzw. sein Angestellter wird in den im Mai 1978 Opfer einer Briefbombe, die Polizei ermittelt erfolglos, ein Jahr später ein erneuter Anschlag ohne Ermittlungserfolge. Ein halbes Jahr später explodiert eine Bombe im Gepäckraum einer Boeing auf Flughöhe — ab sofort ein Fall für das FBI! Trotzdem gibt’s keine Hin- und Beweise. Null. Irgendwann schickt der Täter Briefe, mit „FC“ unterschrieben, auch an Attentatsopfer, mit radikalen Forderungen gegen die technische Entwicklung der Gesellschaft.
Mit der Zeit werden die Bomben immer besser und für die Opfer auch immer gefährlicher.
Die Wende kommt erst 1987, als der Täter dabei beobachtet wird, wie er eine Paketbombe auf einem Parkplatz ablegt: Endlich gibt es ein Phantombild! (wie schwierig ist es eigentlich, eine adäquate Personenbeschreibung abzugeben?) Trotzdem gibt es keine Ermittlungserfolge. Erst 1993 wird ein Profiler/Linguist zum Fall hinzugezogen, der das bisher bestehende Täterprofil neu aufsetzt. Und dann kommt die GROSSE Wende: Der Unabomber schickt sein Manifest (Grob: Menschheit versklavt sich an die Technik) an Zeitungen mit Bitte um Veröffentlichung, allenfalls gibt’s wieder Bombenattentate. FBI verweigert, weil: Keine Verhandlung mit Terroristen. Anhand der bisherigen Postwege der Bombenpakete können gröbste Rückschlüsse auf den möglichen Wohnort des Täters geschlossen werden, vielleicht möchte dieser sein Manifest selbst in der Zeitung lesen? Eine linguistische Tiefenanalyse des Dokuments ergibt einen möglichen Doktorarbeit-Autor zwischen 1967-72, zudem gibt es sprachliche Kniffe, die nur bei der Chicago Tribute angewandt wurden, und: Das Fehlen bestimmter Wörter lässt auf einen Eremiten schließen.
Man entscheidet sich doch zur Veröffentlichung des Pamphlets. Eine Frau vermutet ihren Schwager hinter dem Ganzen, doch ihr Ehemann wird nicht tätig — auch nicht, nachdem er bei seiner Mutter ein ähnliches (Vorläufer-)Manifest seines Bruders findet. Er schickt das Manifest ans FBI, die den Täter anhand dessen identifiziert und festnimmt.
Der Unabomber ist ein ehemaliger Mathematik-Prof, hochbegabt, der seit 20 Jahren in einer selbstgebauten Hütte im Wald lebt. Überführt wird er letztendlich anhand einer schon immer falsch rezitierten Phrase. // Anstatt dem Plan des Bruders zu folgen, wegen einer psychischen Störung die Todesstrafe zu umgehen, gesteht Theodore „Ted“ John Kaczynski und wird lebenslang eingesperrt. //
60:00 //
Nicht zu missachten die Vergangenheit des Unabombers: mathematisch hochbegabter Harvard-Absolvent, der als Baby in krankenhäuslicher Behandlung vermutlich schlimme Erfahrungen gemacht hat und in der Uni bei einem Geheimdienst-Experiment zu Verhörmethoden (MKULTRA) einen Schaden davon getragen hat. // Stephan hat kaum Details zu dem Fall erzählt, hat aber noch einen Song dazu dabei: Mando Diao — Killer Kaczynski //
+++ Zart&Bitter-Crime-Stories +++ Michas Story braucht einen inhaltlichen Anlauf: Es geht um den Bombenanschlag am 19.4.1995 in Oklahoma-City, einen der verheerendsten Anschläge in der US-Geschichte (*Donnergeräusch im Hintergrund*) — die Vorgeschichte beginnt 2 Jahre vorher 1993 in Waco bei den Branch Davidians, die eine Abspaltung der Adventisten sind // Exkurs: Es gibt eine „Versicherung“ für die Haustiere von sehr christlichen Menschen // Die Branch Davidians haben sich über Gunshops bei Predigen finanziert, der Guru Vernon Wayne Howell dort predigte Enthaltsamkeit, lebte aber selbst polygam und wurde von Aussteigern angezeigt: Die Verhältnisse dort waren wohl prekär, weswegen die Ländereien dieser Gotteslämmer durchsucht wurden. Man verbarrikadierte sich daraufhin.
Die ATF (übrigens NICHT Anti-Terror-Force!) stand bei Belagerung unter Beschuss. // Exkurs: Sekten-Massenselbstmord Jonestown // Am Ende der Belagerung hatten die Branch Davidians 60 Tote zu verzeichnen.
Dieser Vorfall rief Verschwörungstheorien auf den Plan, dass man eine vermeintlich neue Weltordnung schaffen wolle. Am zweiten Jahrestag des Belagerungsendes der Branch Davidians parkte Timothy McVeigh einen Van mit Sprengstoff und mehreren hundert Litern Nitromethan und 2,5 Tonnen Ammoniumnitrat (woher bekommt man das ganze Material her? Das ist Treibstoff für Dragster-Autos) vor dem Gebäude des Bundesgebäudes, von dem Bombenfahrzeug blieb nur die Achse übrig. Anhand einer Seriennummer auf dieser Achse des Mietfahrzeugs konnte der Täter einen Tag später gefasst werden und wurde 2001 mit der Giftspritze hingerichtet. Seine letzte Mahlzeit war 1 Liter Pfefferminz-Schokolade-Eiscreme. Er fühlte sich bis zuletzt als Sieger. //
106:45 //
Seit dem Anschlag sind Bundesgebäude baulich verändert. Das politische Klima ist in den Staaten mittlerweile brutal. // Song: Nine Inch Nails — Head Like A Hole // Wer interessert sich denn für Podcast-Playlisten? // Micha braucht eine Knie-OP // Als nächstes eine Frühstückssendung: Breakfast At Bitterys // Wer kennt noch die „Lokalisten„? Oder „Wer kennt wen„? Stephan wartet bis heute einsam im Studi-VZ als Surferboy verkleidet auf alle anderen. Micha hat mal eine Ex-Freundin dort gefunden. Stephan hat eine alterskonforme alte Geschichte dazu parat: Als Teil einer Theatergruppe („nicht vorstellbar, was da hinter den Kulissen abgeht!“) lernte er mal vor ca. 8 Jahren eine Frau bei einer Schauspielerparty kennen, die auf Stephans jüngste Facebooknachrichten nicht mehr reagieren konnte, weil sie gestorben war. Der Tod gehört halt zum Leben mit dazu.
123:50 //
Micha hat noch was „Lockeres“: Wie seltsam ist es, wenn eine Mutter namens Nadine ihren Sohn „Dean“ nennt? Schwierig, besonders bei „Na, Dean?“. Namenswahl immer naja, wenn es eine Superfame-Person dazu gibt, zum Beispiel bei „Greta“. Michael ist mittlerweile so ein Opa-Name. Welches Kleinkind heißt heute „Stephan“? „Michael“ bitte nicht so überbetont rheinisch aussprechen!
Wie geht es denn jetzt Michael Schumacher? Schlecht.
Heute kein flockiger Abschluss.
(Herumdümpel-Superlange-Nordic-Walking-Stöcke-Geräusch)
Micha hat schon neue Crime-Themen fürs nächste Mal recherchiert.

AUFRUF: Welche Vortragsform der Fälle gefällt besser? Faktenlagenausbreitung oder zum Täter hinarbeiten? Feedbavk erbeten.

Tschau.
(Outro fadet ein)
















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